PVDF-Beschichtung PVDF-Beschichtungen schützen Anlagen der chemischen Industrie vor korrosiven Stoffen

Rédacteur: Holger Zietz

Behälter, die aggressive Chemikalien lagern, müssen die Umgebung effektiv schützen können. Doch wie schützen sie sich selbst?

Entreprises liées

Viele Anlagen in der chemischen und pharmazeutischen Industrie haben einen sprichwörtlich aufreibenden Job, da sie aggressiven Medien ausgesetzt sind – und das meist jahrelang. Das Halogen Brom z.B. ist in Verbindung mit Feuchtigkeit stark korrosiv und zersetzt sogar Stahl sehr schnell, ist jedoch zur Herstellung vieler Arzneimittel, Pestizide und Kunststoffharze wichtig. So auch im Arkema-Werk in Marseille, wo daraus das Monomer des Biokunststoffes Rilsan entsteht.

1984 sollten die bleibeschichteten Metalltanks, die das Unternehmen als Bromcontainer verwendete, ausgetauscht werden, da sie nur eine begrenzte Gebrauchsdauer besaßen und häufig repariert werden mussten. Als neue Container standen zwei Varianten zur Wahl: Tanks aus glasbeschichtetem Stahl und aus glasfaserverstärkten Polyesterwerkstoff mit Polyvinylidenfluoridbeschichtung (PVDF). Einer der Gründe, warum die Wahl auf die Kunststoffausführung fiel, waren die geringeren Kosten: „Die PVDF-beschichtete Variante kostete gegenüber der glasbeschichteten nur etwa halb so viel“, erklärt Richard Perrinaud, CPI Business Manager bei Arkema. Und auch andere Punkte sprachen gegen glasbeschichtete Tanks. So hatten die Techniker Bedenken wegen ihrer Brüchigkeit, eventuell undichter Stellen speziell an den Schweißnähten und des höheren Gewichts.

Hohe Beständigkeit

Als 25 Jahre später auf Empfehlung der französischen Gesundheits- und Sicherheitsbehörde hin vorsichtshalber die zwei ältesten Tanks ausgetauscht wurden, analysierten Techniker des Werks ihren Zustand näher und staunten über die Ergebnisse: „Die Analysen zeigten, dass die PVDF-Innenbeschichtung 90 Prozent oder mehr ihrer ursprünglichen Eigenschaften beibehalten hatte“, sagt Perrinaud. Untersucht wurden z.B. die Härte, die Zerreißfestigkeit und die Bruchdehnung.

Und nicht nur gegenüber Brom ist PVDF chemisch sehr beständig: „Die PVDF-Innenbeschichtung besitzt auch gegenüber Schwefelsäure und Halogenwasserstoffen wie Fluss- und Salzsäure ausgezeichnete Eigenschaften,“ zählt Perrinaud auf. Auch Atex-Anwendungen sind damit möglich: Das von Arkema produzierte PVDF Kynar 340 beispielsweise ist ableitfähig und erfüllt die Atex-Bestimmungen für brennbare Stoffe.

Und weil sich die PVDF-beschichteten Bromtanks im Arkema-Werk aufgrund ihrer langjährigen Beständigkeit bewährt haben, wurden sie einfach durch Container gleicher Ausführung ersetzt.

(ID:22494100)