Knacknuss Euro-Schwäche

04.02.2015

Wir nehmen die grosse Herausforderung des Kurszerfalls an. Gemeinsam mit unseren Partnern, Kunden und Zulieferern werden wir diese Hürde meistern. Interview mit Herr Kurt Husistein Geschäfttsführer der Firma Eichenberger für die regionale Presse am 27.01.2015

Hat sich die Aufhebung der Untergrenze des Euro-Wechselkurses in ihrem Betrieb bereits unmittelbar ausgewirkt, wenn ja wie?

Die Aufgabe des Euro-Mindestkurses gegenüber dem Schweizer Franken hat uns eiskalt erwischt. Jeder seit dem 15. Januar 2015 bezahlte Euro-Rechnungs-Betrag unserer Kunden schlägt mit einer massiven Einbusse zu Buche. Ausländische Kunden, die in Schweizer Franken bezahlen, fordern Preisanpassungen und die exportierenden Schweizer Kunden drängen gleichermassen auf eine Preisreduktion.

Welche Auswirkungen erwarten Sie in nächster Zeit?

Die Situation wird sich weiter verschärfen. Preisverhandlungen werden die Regel sein. Wir haben bereits einzelne Preise anpassen müssen und sind gezwungen, die Preise generell nach unten zu korrigieren.

Wie begegnen Sie negativen Auswirkungen?
(Oder: Welche Massnahmen sollten evtl. extern – Bsp. von der Politik oder der Bevölkerung ergriffen werden?)

Von der Politik erwarten wir grundsätzlich, dass die Rahmenbedingungen für die Industrie, in Bezug auf das administrative Umfeld, viel einfacher und dadurch effizienter werden. Verwaltungsmässige Erleichterungen würden einen wirksamen Effekt bringen.

Bereits diese Woche gab ich einer Fachzeitschrift ein Statement ab, ein Satz daraus lautete: „Ich wünsche mir beispielsweise vom gut verdienenden Schweizer Mittelstand Solidarität für die Schweizer Tourismusbranche, die noch mehr gefordert ist als die Industrie.“

Diese Solidarität muss noch sehr viel weiter gehen und muss sich auf das Grund- und Konsumverhalten innerhalb unseres Landes auswirken. Analog zur kürzlich erlebten Solidaritätswelle in Frankreich könnte man sagen: Tun wir es ihnen gleich: „Je suis Schweizer“!

Befürchten Sie, dass Sie in nächster Zeit Mitarbeiter/innen entlassen müssen?

„Entlassung aus wirtschaftlichen Gründen“, dieser Satz ist in aller Munde und schürt Angst. Sicher werden Arbeitsplätze verloren gehen, das ist eine Tatsache. Für Eichenberger ist dies im Moment jedoch kein Thema.

Wie lauten ihre mittelfristigen Zukunftsaussichten?

Da der Exportanteil der Eichenberger Gewinde AG bei rund 80 % liegt und davon 90 % in den Euro-Raum exportiert werden, sehen die Prognosen für die Zukunft zurzeit nicht rosig aus. Seit der Einführung des Mindestkurses von CHF 1.20 im September 2011 sind bei uns viele Massnahmen ergriffen worden, um die Effizienz zu steigern. Wir haben die Hausaufgaben in dieser Zeit gemacht und konnten uns erfreulich weiterentwickeln. Wir werden alles unternehmen, um die „Knacknuss“ Kurszerfall zu meistern. Mit unseren innovativen Nischenprodukten, unserem Know-how und unserer Flexibilität haben wir am Weltmarkt gute Chancen.
 

 

Eichenberger Gewinde AG, Grenzstrasse 30, 5736 Burg, Schweiz

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